IG Spur 1 Module Rhein-Neckar,

Mannheim (IGMA)

Ja, sorry, es hat lange gedauert, bis wieder eine neue Galerie begonnen wurde ...

Diesmal diese Themen:
- BR 66 MBW
- Fortschritte an der Bahnsteigdachung
- Einheitspersonenwagen Bauart 21 von km1 (in Vorbereitung)
- Kiss E 44.5 (in Vorbereitung)

2019.08.ab

 



Die BR 66 von MBW macht auf Anhieb einen recht guten Eindruck. Die Verpackung ist stabil und entspricht dem, was man auch von K&K gewohnt ist, wobei ...
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... die im Rahmen eingeschraubten Distanzbuchsen für das Lokstellbrett eine neue, sehr gute und stabile Lösung sind. Allerdings sollte man in den Gewindeeingang einen kurzen Inbus einbringen, zusätzlich Inbus- (statt Kreuzschlitz-) Schrauben verwenden und - wie andere Hersteller auch - gleich einen Inbusschlüssel beilegen. Dann kann man nämlich auch ohne Fremdwerkzeug die Lok auspacken.

Die BA hat gutes Papier, ein praktisches Format und ein übersichtliches Layout. Allerdings ist dem Lektor auch mal was duchgerutscht. Auf der Titelseite steht unter Loksound "EST. 1999". Das soll eigentlich "ESU 1999 - 2019" heißen und auf deren 20-jährige Existenz hinweisen. Unsere Lok hatte nicht die Adresse 66 sondern 3. Den Textblock zum Raucherzeuger gibt es zweimal und mit der Skizze daneben dürfte gemeint sein, dass Destillat in den Schornstein gehört. Die Heizschläuche waren an unserer Lok schon montiert und für die Montage der Klauenkupplungshalterung gibt es keine Hinweise. Und wo die Winabweiser hingehören, weiß man ja schließlich ;-)
(für die Praxis eher unerheblich: bei CV 124 fehlt die Angabe zu Bit 2 und der ausgelesen Wert war 12 (statt 20 wie angegeben).
Die Funktionstasten stimmen auch nicht alle; aber das wird unten noch weiter ausgeführt.
Und recht restriktiv: das Öffnen der Lok führt zum Garantieverlust!
Vielleicht ist deshalb schon das Lokpersonal im Führerstand platziert? Diese an sich schöne Geste kennen wir sonst von keiner Fernost-Dampflok.

Preislich liegt die Lok an der oberen Kante, was mit einer angeblich geringen Auflage erklärt wurde. Dann hätte man aber schon eine Umsteuerung per Servo einbauen müssen, die ansonsten inzwischen überall zum Standard gehört! Sehr schade.

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Die Pufferbohle trägt auch die unschöne Modeerscheinung, dass die Bremsschläuche "willenlos" und kerzengerade in die Luft stochern. Soll wirklich jemand jemals versuchen, die Luftleitungen irgendwie zu kuppeln ???
Beachtenswert allerdings, dass die Kuppelköpfe für die 10 bar Leitung korrekt seitengedreht nachgebildet wurden. Beim Vorbild geschah dies, um eine Verwechslungsgefahr auszuschliessen. Allerdings waren an unserer Lok die Gummischläuche vertauscht aufgesteckt, so dass die Köpfe nicht in den Haltern gehalten haben (-> abziehen und tauschen). Weiterhin geht der Abgangswinkel der Bremsschläuche zu steil nach unten und muss vorsichtig hochgebogen werden. Die Schlauchköpfe halten nicht richtig und wurden  mit Sekundenkleber fixiert. Die Gewindeenden der Kupplungsspindeln sind nicht gegen Herausdrehen gesichert (-> etwas quetschen). Ein beweglicher Klöppel fördert in der Modellbahnpraxis nicht gerade das Spannen der Kupplungen (-> etwas Sekundenkleber ins Gelenk).

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Die Pufferbohle hat vorne keinen Ruhehaken für die Kupplung (im Guss verkümmert?); hinten muss man ihn aufbiegen, wie im Foto zu erkennen. Die Detaillierung der Armaturen für Steuerleitung, Bremsventile und Heizkupplung ist sehr gut.

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Für den Zylinderdampf gibt es nur eine zentrale Austrittsöffung statt deren 4, weshalb der lediglich mittige Dampfaustritt nicht gefällt. Bei der Fahrt hört das Ausströmen nie ganz auf.

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Die Zylinderpartie mit der leider nicht funktionsfähigen Umsteuerung.

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Eine echte Innovation: alle Bremsbacken bestehen aus Kunststoff und sind besser detailliert wie manch Ms-Gussteil anderer Hersteller. Die Radsätze haben Halbachsen und nehmen den Strom über Kugellager ab. Das bringt zwar zunächst keinen niederohmigen Durchgang, aber das hohe Lokgewicht hilft da schon ein wenig und vor allem sind auch alle Laufräder mit zur Stromaufnahme herangezogen worden. Sehr gut!

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Wie das mit den beiliegenden Kupplungsadapter funktionieren soll, scheint auch für MBW unklar zu sein, denn unsere Mailanfrage blieb unbeantwortet. Die hauseigene Kupplung (oben) und die Märklin D-Zug-Wagen-Kupplung kann man zwar in den Schacht des Adapters stecken, aber in der Höhe ist bei beiden zuviel Luft und für Märklin fehlt es noch an Länge.
Aber wie den Adapter überhaupt am Chassis befestigen ???

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Klauenkupplungs-Fahrer können sich mit der Märklin "Köf-Kupplung" (im Hintergrund) helfen, eingefleischte Bastler können auch der Standardkupplung einen Schlitz verpassen und diese dann mit unserer Kombi-Kupplung incl. Zwischenstück anschrauben. Wichtig ist, dass beim Kupplungsträger am Schaft noch mindesten 2,5 mm (s. Pfeil) stehen bleiben. Den Kupplungsträger der Köf muss man innen auch etwas ausnehmen, damit er über die Kupplungsmanschette passt.

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Vor- und Nachläufer lassen sich ganz einfach demontieren: 4 Schrauben in der Führungsplatte lösen und Steckverbinder ziehen.

Öffnen der Lok
(Achtung: ab jetzt wird MBW vermutlich die Garantie aberkennen !)
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Nicht ganz einfach, aber machbar: 2 Schrauben unter Kohlenkasten., 2x unter Führerhaus, 2x bei den Zylindern, 2x Schmierpumpen.. Leiterstützen abschrauben und aus dem Rahmen ziehen. Das Rohr am linken Wasserkasten, Schraube ist hinter der Steuerung und dann zusammen mit der Pumpe (1 Schraube) abbauen. Den vorderen Umlauf (4 Schrauben) ausbauen und die LED Kabel durchschneiden (später bei der Montage wieder zusammenlöten). Und dann noch einige Rohre aushängen ...
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Das einzige wirkliche Problem: diese Schraube lässt sich nicht lösen, weil kein Steckschlüssel greifen kann. Man muss den Stangenkopf am anderen Ende aufbiegen und aushängen. Um aber eine saubere Lösung zu bekommen, wurde die Schraube ausgebohrt. Und oh Wunder, dabei zeigte sich, dass sie im Werk einfach eingeklebt wurde ... :-o
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Auch hier gibt es gute Steckverbinder, weshalb sich Chassis und Aufbau gut von einander lösen lassen:
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Wenn man an den Decoder gelangen will
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Die zentrale Schraube im Schornstein lösen und den RG herausziehen. Zuvor den Ring von der Rauchkammer (2 Schrauben) ausbauen.
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Der Korpus besteht aus Kunststoff und es gibt 2 Ventilatoren.
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Der Decoder bildet mit dem Gewicht und der RG-Platine eine Einheit
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Um diese herausziehen zu können: 2 Schrauben im Stehkessel und eine mittig unten am Kessel lösen. Die ganze Einheit etwas nach hinten schieben und den Kabelbaum zum Chassis ausbauen. Dann die ganze Einheit um 180° drehen und den Stecker zum Führerhaus lösen. Jetzt alles nochmal um ca. 45° drehen und nach vorne "rausfummeln".
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Ende Juni gab es erste Fahrten auf der Clubanlage: nur ein ganz geringes Ruckeln beim Anfahren (etwa FSt 10/28), sehr gute Stromaufnahmen, sehr gute Zugkraft, entgleisungsfreier Lauf, auch auf bekannt kritischen Stellen, unter Last am Berg ohne Sound gelegentlich ein leicht knarrendes Getriebe-/Motorgeräusch. Insgesamt also absolut gute Fahreigenschaften.

Die 66 gefällt auch durch sauberes, solides Finish und durch ihre vorbildentsprechend harmonische Proportionen, die sehr gut rübergebracht wurden.

Anlagenbilder im nächsten Abschnitt.

Weniger schön ist das hochgezüchtete Esu Projekt mit insgesamt 31 belegten Sonderfunktionen. Und das schlimme daran ist, dass wichtige Funktionen oberhalb von F12 angesiedelt sind. Damit ist die Lok für Besitzer herkömmlicher Zentralen nur noch eingeschränkt nutzbar. So haben wir jetzt mit unseren 10 Funkreglern - die nun auch nicht ganz billig gewesen sind - keine Möglichkeit, die 66  vorbildgerecht fahren zu lassen. Echt schade, dass die Hersteller nur noch an solche Modellbahner denken, die CSxy, Ecos oder sonst eine High-tech Zentrale besitzen.

Hinzu kommt noch, dass die BA keine wirklichen Erklärungen zum Decoder hergibt. Weder "Shift Modus 1", "Shift Modus 2" noch "Bremsfunktion 1" sind erläutert. Ein ganz besonderes Rätsel stellt dann noch F28 mit "Stopfbuchse ... ein/aus" dar. Uns ist jedenfalls nicht gelungen, die Lok zum dauerhaften Seglen zu bringen oder ihr gar einen Kurzpfiff bzw. eine langsamere Glocke zu entlocken.

So gut und ausgewogen auch der Fahrsound der 66 klingt, die gute alte Kiss 65 ist ihr in der Fahrkultur wegen der vernünftiger Decodereinrichtung weit überlegen.

Leider bekam auch diese Lok ein leichtgängiges Getriebe, was ein Anhalten in Steigungen unmöglich macht !
Selbst wenn man im Decoder die "Feststellbremse" (CV 124.6) nachträglich aktiviert, ist das zwar ein Lösungsversuch, bringt aber keinen sicheren Stopp und damit auch keinen Schutz vor schweren Unfällen.

Für das Fahren mit der elektrischen Modellbahn gibt es eigentlich keinen plausiblen Grund, weshalb man eine Lok leicht schieben können muss!

Die Zeit der Bodenläufer ist doch schon seit vielen Jahrzehnten vorbei ;-)))
Bodenläufer Landesmuseum Württemberg
Foto: Landesmuseum Württemberg, Stuttgart

Bodenläufer Issmeyer
Foto. Bayerischer Rundfunk

Wer ein wenig Interesse für historisches Spielzeug hat, sollte als kleinen Ausflug mal diesen oder den obigen Link anklicken.

Da die Bergstrecke auf unserer Clubanlage am Ende ein Signal hat, das keinesfalls überfahren werden darf, musste hier auf jeden Fall was geändert werden. Uns schwebte da bereits eine Lösung vor, die keine mechanischen Eingriffe erdordert (gegenüber dem, was schon in Foren vorgeschlagen wurde).
Erste Versuche brachten schon mal gute Ergebnisse.  Hier ein Demo-Video (1:01). Weiteres in der Doku in unseren Tipps.(Punkt 17.).

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Die Überdachung ist jetzt auch für den Bahnsteig 2 fertig geworden

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Und jetzt geht`s mit der 66 auf die Bergstrecke

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Nach der Ankunft ein Stelldichein mit Glaskasten  und Berg

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Lange hat es gedauert mit den Einheitspersonenwagen der Bauart 1921!
Hat sich nun das Warten gelohnt?
Uns liegt noch der Fluyer vor, wonach man einen Wagen bis 31.12.2013 zu 339 Euro bestellen konnte und ab 3 Stück noch 10% bekommen hätte ...
Aktuell musste man vereinzelt das Doppelte und mehr hinblättern.
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Anfang Juni kam der erste Wagen und wurde sofort ausgepackt. Deshalb auch nur der schlecht/schnelle Schnappschuss auf der Terrasse. Die Verpackung macht nicht recht glücklich: zahlreiche Schaumstoffsteile, kein sicherndes Holzbrett.sondern nur zwei 1mm starke Kartonstückchen, die den schweren Wagen bei Erschütterungen nicht fixieren können. Auch wir hatten mehrfach verbogene Trittbretter (konnten sie aber leicht selber richten).

Wie leider bei viel zu vielen neuen Fahrzeugen, muss man sich erst lange mit der Pufferbohle befassen, bevor man gut ausshende Fahrzeuge fahren lassen kann: die Bremsschläuche ragen "willenlos" in die Luft (wir fixieren die Köpfe mit Sekundenkleber), die Kupplungen sind teils schwergängig, die Gewindeenden nicht gegen Herausdrehen gesichert und der Ruhehaken muss erst aufgebogen werden, wenn eine Kupplung reinpassen soll.

In der BA gibt es einige Unklarheiten (Radientauglichkeit, Systemkupplungen, Decoder, Funktionsbelegung usw.), die einen erfahrenen Modellbahner aber nicht irritieren sollten. Das Finish ist sehr gut, wobei lediglich der Gravurtiefe der Deck- und Türleisten. durch die angewandte Ätztechnik Grenzen gestzt sind.

Halbachsen, Kugellager, Radsatztausch

Fahrzeug öffnen, Figuren einsetzen

Elektrik, Pufferung, Alternativen

Abschluss


Kiss E 44.5
Seit Mai ist jetzt die E 44 509 (ex 144 509-7) fest in Mannheim beheimatet, so dass man sich mit diesem Modell endlich mal in Ruhe beschäftigen konnte.

Insgesamt ein schönes, solides Modell mit guten Fahreigenschaften und einem ordentlichen Sound. So gesehen sicherlich sein Geld wert, wenngleich man einige Kleinigkeiten ab Werk schon hätte optimieren können, ohne dass es einen oder höchstens ein paar Cent mehr gekostet hätte ...

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Gleich zu Beginn fiel der Blick durch die Maschinenraumfenster und lies mangels Licht die schöne Einrichtung garnicht recht in Erscheinung treten. Erst nach dem Öffnen zeigen sich die detailliert nachgebildeten Aggregate:
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Da kam sofort der Wunsch auf, eine Maschinenraumbeleuchtung nachzurüsten, was sich ...
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... mit wenigen Bauteilen schnell erledigen lies. Bei Interesse hier in den Tipps nachlesen.

Beim ersten Aufgleisen fiel sofort das labile Bremsgestänge auf. Von den 8 Gestängen waren bereits  5 gebrochen oder lose.
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Ursache dürfte sein, dass sich konstruktionsbeding das Gestänge erst nach Einbau der Radsätze schliessen lässt. Die Reparatur war recht umständlich, weil zunächst Farb- und Klebstoffreste mühsam entfernts werden mussten. Danach konnten die blanken Teile vorsichtig (Rdasätze abdecken) mit der Flamme verlötet werden.

Die Ep. 4 Maschine hat leider keine Indusimagnete bekommen. Auf Anfrage erfuhren wir, dass man dort wohl falsch beraten wurde und es leider kein Nachrüstteil geben wird. Also ein weiterer Grund, die Maschine in die Epoche 3 zurück zu versetzen.
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Dabei fiel auf, dass die Computernummer recht groß aus gefallen ist und nur mit einem etwas vergrößerten Lokschild abgedeckt werden konnte. Das Untersuchungsdatum stimmt jetzt zwar nicht mehr, aber das erschien dann als das kleinere Übel. Die silbernen Radreifen gefielen nicht und wurden in grau überlackiert.
k P1070220Die Loks des Bw Freilassing galten damals übrigens immer als besonders gut gepflegt, was aber dennoch kein Hinderungsgrund war, auch die Dachpartie zu altern. Dabei kam zu gute, dass sich Pantos sehr leicht abschrauben lassen. Und das auch, ohne die Lok öffnen zu müssen.

Die Pantoantriebe sind jedoch nicht so ganz zuverlässig. Zunächst mal sind sie sehr klein und in Folge dessen auch keine Kraftpakete. Und der Genkarm ist leider so kurz, dass es keine Möglichkeit gibt, den Stellweg zu verlängern und individuell zu positionieren. Also entweder gehen die Pantos an dieser Lok nicht hoch oder sie legen sich nur unvollständig zusammen.

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Sicher keine stilreine Garnitur für Berchtesgaden, aber dennoch ein sehr schöner Anblick, wenn die E 44.5 unter der Fahrleitung daherkommt ...

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  F28 Stopfbuchse bei niedriger Geschwindigkeit ein/aus 7 7 False False Sound 23