IG Spur 1 Module

Rhein-Neckar

"Elektrisches"

 

Die Erfahrung hat gezeigt, dass wir wegen der mittlerweile erreichten Anlagengrößen ganz strikt auf die Einhaltung unserer Vorgaben zur Elektrik achten müssen !

Wir wollen nicht Gefahr laufen, dass die Fehlersuche beim Aufbau unverhältnismäßig viel Zeit kostet oder beim laufenden Betrieb etwaige Kurzschlussquellen nicht eindeutig zu orten sind.

Ringleitung für Modulanlagen:

Die Fahrstromkabel müssen am Modulübergang unter dem betreffenden Gleis aufgehängt werden !
Eine mittige oder gemeinsame Bündelung würde die gezielte schnelle Trennung bei der Kurzschlussbehebung erschweren, wenn nur ein Stromkreis aufgetrennt werden muss.

Bei eingleisigen Modulen ist für beide Adern der Fahrstrom-Ringleitung schwarz vorgesehen. Es empfiehlt sich, ebenfalls  auf eine mittige Bündelung der Kabel zu verzichten, um ggfs. schnell die Zuordnung zum jeweiligen Gleisprofil finden zu können.

Bei Segment-Gruppen kann die interne Verdrahtung nach eigenen Grundsätzen erfolgen. Der Aussen-Anschluss an die Norm-Module muss jedoch strikt nach Vorgabe erfolgen! Erfahrungsgemäß sollten Segment-Gruppen intern auch lösbare Verbindungen haben, um eventuelle Kurzschlüsse besser eingrenzen zu können.

Wichtig: nicht mit den großen Kabelquerschnitten direkt an die Gleisprofile gehen! Wegen des hohen Wärmebedarfs gibt es sehr schnell kalte Lötstellen. Ausserdem brechen die starren Kabel sehr leicht im eingeschotterten Gleisbett (Wärmespannungen, Feuchtigkeitsschwankungen, Erschütterungen, Längsdruck auf die Profile beim Modulaufbau usw.). Weitere Hinweise hier.

Die genormte Farbfestlegung bei den Fahrstromkabeln – bedingt durch den frei drehbaren Einsatz aller Module - kann allerdings beim Anschluss von Boostern oder Zentraleinheiten leicht zu Verwechslungen führen. Bei den meisten Herstellern (z.B. Märklin, Uhlenbrock usw.) wird ein Pol der Wechselspannungsversorgung durch das Digital-Gerät bis zum Fahrstromausgang durchgeschleift und dient somit als gemeinsamer Leiter (oft auch "Masse" genannt) für alle Booster, die Zentraleinheit und die ganze Anlage. In der Regel ist dafür die Kabelfarbe braun oder schwarz vorgesehen. Nachfolgende Skizze soll beim richtigen Anschluss helfen. Zu beachten ist, dass daher zum Anschluss am Modul dort für den gemeinsamen Leiter die Farben rot und schwarz gebrückt werden müssen und dass somit ein Fahrstromkabel farbverkehrt angeschlossen wird.




Der oben schon erwähnten, unvermeidlichen Verwechslungsgefahr in der Farbkennzeichnung zwischen den Modulkabeln und den Anschlüssen von Boostern und Zentralen soll auch diese Skizze noch ein wenig abhelfen:

zentrale2

Also bitte immer daran denken:
Der Farbcode der Modulkabel baut auf der freien Drehbarkeit der Module auf und ist mit rot und schwarz genormt
Der Farbcode der Anschlüsse von Boostern und Zentralen folgt den unterschiedlichen Herstellerangaben (z.B Märklin 6021 braun und rot) bzw.  wurde in der Modul-Stromversorgung auch gerne in schwarz und rot ausgeführt, weil diese Kabel und Stecker eben bei den Modulisten schon vorhanden sind.

Dieses gilt gleichermaßen auch für den Gleisbau, wenn zwischen dem Innen- und Aussenkreis eine Gleisverbindung geschaffen wird, denn dann stößt an der Trennstelle ein "rotes Schienenprofil" auf ein "schwarzes Schienenprofil" (und umgekehrt)
Gleiswechsel
Bitte immer daran denken:
in diesen Fällen ist    rot auf schwarz    (und umgekehrt) nur ein logisches, aber kein elektrisches Problem.
Eine bessere Lösung ist - wie schon oben beschrieben - leider nicht möglich !



Weichendecoder mit zusätzlichem manuellen Weichenschalter

Bei verschiedenen Modultreffen tauchte die Frage auf, ob man bei Verwendung von Hübner-Weichenantrieben und -Decodern die Weichen zusätzlich auch noch vor Ort stellen kann.

Zwischen Decoder und Weichenantrieb wird ein 2-poliger Schiebeschalter mit 3 Stellungen gesetzt. In der Mittelstellung wird die Weiche digital gestellt, über die beiden Endstellungen dann von Hand.

 

 

 

Die Anschlüsse für den Schalter erfolgen am Decoder mit einer 9-pol. Stift- oder Buchsenleiste. Da der Decoder rechts und links intern alle 9 Pins durchverbunden hat, ist eigentlich egal, auf welcher Seite man die Anschlüsse vornimmt. Pin 2 und 4 sind der Decodereingang; Pin 1/9 und 5 der Ausgang zum Weichenantrieb. 
Wenn der Antrieb oberirdisch liegt, ist übrigens eine Elektronik Buchsenleiste doch sehr viel zierlicher und kann leicht im Schotter versteckt werden, wie das originale Hübnerteil.

Sind im gleichen Modulkasten noch weitere Weichen vorhanden, kann der nächste Schalter über + und - vom Ersten aus versorgt werden.

Wenn über einen Decoder 2 (oder mehr) Antriebe versorgt werden sollen, spielt hier übrigens die in der Hübner Betriebsanleitung genannte Kurzschlussgefahr keine Rolle, da Pin 1 und 9 miteinander verbunden sind und mit umgepolter Gleichspannung geschaltet wird (das Problem tritt nur auf, wenn bei AC mit einpoligem Umschalter und nur einer Diode arbeitet).

Die räumliche Trennung von Decoder und Antrieb hat noch den Vorteil, das beide Umschalter des Weichenantriebes frei verwendet werden können und man garnicht erst in Versuchung kommt, Weichen- und Fahrstromkreis miteinander zu verbinden (wie es in der Hübneranleitung geschieht, indem über Pin 2 und 4 auch noch die Herzstückpolarisierung gelegt wird).

Die hier gezeigte Schaltung kann vom Prinzip her auch für andere Decoder und motorische Antriebe verwendet werden.

Der Demo-Aufbau:

An Material wird benötigt:
9-pol. Stiftleiste, 9-pol. Buchsenleiste, 4 Dioden (1 N 4001 o.ä.), 1 Widerstand 47 Ohm sowie ein 2-pol. Schiebeschalter mit 3 Stellungen.


Achtung:

Der Hübnerdedcoder schaltet erst einige Sekunden nach dem Schaltvorgang die Pins 1/9 und 5 wieder spannungsfrei. Wenn zu gleicher Zeit jedoch - was eigentlich sinnlos ist - der Schiebeschalter betätigt wird, können im ungünstigen Fall durch den "Wisch-Effekt" der Kontakte vom Schiebeschalter die Decoderausgänge ganz kurzfristig gebrückt werden. Aus Sicherheitsgründen ist deshalb ein zusätzlicher Widerstand von 47 Ohm zwischengeschaltet worden. Bei anderen Decoderfabrikaten ist ggfs. auch bei Pin 5 ein Schutzwiderstand erforderlich (ist im Hüberdecoder bereits intern enthalten).

Interner Vermerk:
Wenn die Schaltung über längere Zeit ohne den 47 Ohm Schutzwiderstand betrieben wurde, hat sich auch schon mal der im Bild markierte Transistor "verabschiedet".
Ersatz: BC807-40 (SOT 23)

 

 

 

Weichenschalter und Taster sollte man immer versenkt einbauen, um Beschädigungen bei Transport, Aufbau und Betrieb zu vermeiden

 

 

 

 

Montageplatten aus gelasertem 2mm mdf für die gängigen Schaltertypen:

 

 

 

 

Schaltungshinweise für zweigleisige Abzweigmodule


Die Kreuzung sollte fahrstrommäßig in der vorgesehenen Hauptfahrtrichtung durchgeschaltet sein, in diesem Beispiel also in Geradeausfahrt. Im Abzweig muss dann hinter der Kreuzung am Modulabgang wieder der Fahrstrom des Ausgangsstromkreises eingespeist werden. Beim Befahren des Abzweigs wird auf der Kreuzung demnach kurzzeitig der Nachbarstromkreis durchfahren.

Bei der Steuerung der Antriebe sollten schaltungsmäßig "feindliche" Weichenstellungen verhindert werden. Dazu wird (vgl. obige Skizze) in Pin 5 direkt vor den Weichenmotor eine Diode geschaltet, und zwar so gepolt, dass die Weiche nur in die "friedliche" Weichenstellung laufen kann. Diese Diode wird durch einen freien Umschaltkontakt der Nachbarweiche gebrückt, wenn diese auf "friedlich" steht. Sind beide Weichenmotoren gleichermaßen beschaltet, sind feindliche Weichenstellungen sicher ausgeschlossen.

Beim Hübnerdecoder sind die Pins 1 bis 9 intern durchverbunden. Die Spannungsversorgung von Decoder und Antrieb erfolgen über Pin 2 und 4. Damit liegt diese auch direkt an dem einen Umschalter des Antriebes an, vermutlich um zugleich die Herzstückporlarisation vereinfacht anschliessen zu können. Da man aber im Modulbetrieb Weichen und Fahrzeuge von unterschiedlichen Quellen speisen muss, ist dann die Verbindung von Pin 2 bis 4 nicht bis zum Antrieb zu führen. Über diesen dann wieder frei  verfügbaren Kontaktsatz kann nun die zuvor beschriebene Sicherheitsschaltung realisiert werden.

05.2008.ab
08.2010.ab
12.2012.ab