Die BR 23 von Kiss war 2002 das erste bezahlbare, hochwertige Kleinserienmodell

Vorwort

An dieser Stelle noch einmal:
sich mit der Technik, der Konstruktion und der Funktionsfähigkeit von Modellen zu befassen, ist für den Autor ein Schwerpunkt innerhalb des breit gefächerten Modellbahn-Hobbies.
Wenn auch Kritisches genannt wird, geht es mir keinesfalls darum, Freunden solcher Modelle ihre Freude daran zu verleiden, zumal, wenn solche Gesichtspunkte für sie oft auch vollkommen bedeutungslos sind.
Neben der Doku zu persönlichen Zwecken, zeige ich aber auch ganz bewusst auf, was Hersteller ohne jeden Zusatzaufwand besser machen könnten, wenn man zuvor auf solche Punkte geachtet hätte.
Ausserdem versuche ich - und interessierte Mitleser ebenso - zusammenzutragen, welche Lösungen und Alternativen in vielen Punkten auch noch nachträglich möglich sind.

Und es gibt übrigens keinen Zwang zum Weiterlesen ;-)

Übersicht
1. Tbis Dach-Schiebewandwagen von "MBW+": Anpassungen am Fahrwerk
2. Wunder E17


1. Tbis Dach-Schiebewandwagen von "MBW+": Anpassungen am Fahrwerk
In  Fortsetzung des bisherigen Berichtes (Pos. 6)


Das geringere Maß befindet sich auf der Seite der Pendelachse.



Das Öffnen des Wagens (8 Schrauben, Seitenteile wegdrücken).


Diese beiden Zapfen lassen sich leicht austreiben, um die Achsaufhängung auszubauen.


So sieht die Achslagerbrücke der Pendelachse aus. Durch genügend Spiel in der Aufhängung gibt es zusätzlich auch die Funktion einer Lenkachse.


Zuvor sind noch die beiden Bremsgestänge ausgehängt und zur Seite gedreht worden.


Zwei 4-er Unterlagscheiben gleichen den Höhenunterschied von 0,6 mm aus (vgl. erstes Bild)


Das Achslagergehäuse wurde etwas ausgenommen, damit es keine Berührungen mehr mit den Federpaketen geben kann (vgl. Vorbericht).


Leider unscharf, wird noch ersetzt.
Die Kugellager sind auf die Welle aufgepresst. Sitzen sehr fest ! -> auch dafür ist eine Abziehvorrichtung nötig.
Der Radsatz hat keinerlei Seitenspiel, weil die Kugellager auch stramm in den Kunststoffachslagern sitzen. Deshalb wurden die Achslagerstummel ganz leicht überdreht, damit das Kugellager ausreichend Spiel auf der Welle bekommt.
Ausserdem wurde der Wellenansatz noch auf beiden Seiten um 0,4 mm abgedreht, damit der Radsatz noch besseres Seitenspiel über die Kugellager bekommt.

Die Pendelachsenfunktion beträgt jetzt ca. +/- 1,3 mm. Und als Lenkachse stellt sie sich im Bogen absolut klemmfrei radial ein. Durch die gute Allradauflage jetzt, läuft der Wagen schon deutlich besser. Einen Beitrag leistet auch das jetzt mögliche leichte Seitenspiel der Radsätze in den Achslagern.
Hier ein kleines Video.
Zu beachten ist noch, dass das 1394-er Herzstück der Bogenweiche ohnehin schon mal als problematisch gilt. Und Klackgeräusche  kommen auch von dem offenen Güterwagen, der einen Mannheimer Reinigungsschlitten mit sich führt.

Noch besser würde der Tbis natürlich laufen, wenn er - so, wie es sich gehört - auch eine zweite Lenkachse bekommen hätte ... ;-)
Und der Hbis hätte sich auch mächtig über Lenkachsen gefreut !


2. Wunder E17
Die Altbau Lok E17 hatte schon immer gereizt, passt sie doch bestens in meine E-Lok Albausammlung. Abgehalten hatten mich bisher jedoch die äusserst mäßigen Fahreigenschaften mit "Pumpen" in allen Bereichen, mit und ohne Last. Nachdem nun aber noch ein Modell zum Vorbestellpreis angeboten war, wurde ich doch schwach ...

Versuche, die Motor-CV 50 bis 56 am Esu LS XL 4.0 zu optimieren, scheiterten erwartungsgemäß. Also Lok öffnen ...


Das Fahrwerk von unten


Lok öffnen:
je 2 silberne Inbus M 2,5 vor Radsatz 1 und nach Radsatz 4 tief unten im Rahmen
je 2 lange M 2 zwischen Pufferbohle und Vorläufer (Achtung: 4 lose Distanzröhrchen)
es müssen alle Treppen abgebaut werden (Position markieren)

Die Lok ist übrigens "Wunder-typisch" wieder "sau"-schwer geworden. Alleine der Aufbau wiegt mit seinen "Panzerplatten" in den Seitenwänden über 4 kg; mit Fahrwerk sind es dann über 6 kg. Bei Versand empfiehlt sich dringend, kleine Holzplatten zwischen Puffer und Schaumstoffklötzen einzustecken.

Geschockt hat allerdings, dass ein Schraubdecoder verbaut ist, was schnelle Tests mit Zimo oder einem XL 5.0 verhindert.

Zunächst also eine eigene Steckplatine schaffen ...

... auf welche dann Esu oder Zimo Decoder aufgesteckt werden können

10-pol. Kabel zum Oberteil: ws AUX2 Cab H, gr frei, li LH, bl +10V, gn frei, ge frei (neu +10V Masch.R.B.), or LV, rt frei (neu AUX5 Masch.R.B.), br AUX1 Cab V
zu den Pufferbohlen: gr AUX3 rot V bzw. AUX4 rot H, li LV bzw. LH, bl +10V
einzeln: rt TrL, ws TrR, ge Mot+, gn Mot-, sw/br LS


 

Leichte Korrosionsspuren "asiatischer" Lötstellen. Die Microbirnen brennen mit ca 10 V und die LED mit 2,0 V nach dem Widerstand.



Einer der beiden Faulhabermotoren. Hier sollten sich eigentlich noch Schwungmassen einbauen lassen ... :-)
Wenn man das kleine Ritzel näher an den Motor heranbringen kann, gewinnt man mehr Halt für eine Schwungmasse auf dem Wellenende.



Zunächst wird das Ritzel gedreht.



Bearbeitung des Ritzels:
- auf der Seite des Bundes 0,6 mm abdrehen
- innen eine Vertiefung von 7 x 0,8 mm, um über die Anschlagscheibe auf der Motorwelle zu kommen
- die schmale Haltescheibe komplett abdrehen
- Aufziehen des Ritzels mit Loctite 603


Ggfs. das untere Riemenrad auf der Welle verschieben, damit der Riemen genau vertikal läuft.



Schwungmassen D 32 x 7,5 und Ansatz von D 10 x 1,4, ebenfalls mit Loctite aufgezogen.

Es wurde ein esu LS XL 5 eingebaut und das Projekt von der E93 aufgespielt (auch wenn der Sound mal noch nicht so recht passt ...).
Die Laufeigenschaften sind schon besser geworden, aber noch nicht optimal und kommen auch nicht an die E93 ran.


Vergleich der Motor Daten und - CV zwischen E 17 (Stand 07.2024) und E 93.

Fahrwerk:
Die Federn der Achslager stützen sich auf funktionsfähige Ausgleichshebel ab.
Vom Prinzip her haben die Radsätze 1 bis 4 eine Seitenverschiebbarkeit von +/- 1,8 mm.
De facto kann diese aber nicht genutzt werden, weil die Drehmomentabstützung von Radsatz 1 und 2 sowie 3 und 4 so zusammengefasst sind, dass nur noch ca. +/- 0,8 mm möglich sind.
Eine Überarbeitung der Drehmomentabstützung ist noch vorgesehen.

Maschinenraumbeleuchtung

Ein Gewichtsblock mit der angedeuteten Einrichtung des Maschinenraumes wurde bereits weggeschraubt, um Beleuchtung einzubauen.
Interessant: die Servos sind in frei beweglichen Schlitten gelagert.



In die Decke der Einrichtungsnachbildung wurden LED-Streifen eingeklebt.


Die Wirkung der Maschinenraumbeleuchtung


Die Bahnräumer stehen viel zu weit nach aussen.


Hier nachbiegen und dann in der Länge anpassen.
Die Nachbildung des Tachoanschlusses ist eigentlich sinnlos, da sich das Gehäuse mit dem Radsatz zusammen dreht und die Tachowelle auch nicht nachgebildet wurde.
In der Bedienungsanleitung ist von einem Rahmenfüllstück für große Radien die Rede, welches sich eigentlich an dieser Stelle befinden müsste (wird gerade mit Fa. Wunder abgeklärt).




Fortsetzung folgt





2024.07.ab