Spur 1 Mannheim

Mein kleiner "Blog" zum (Neu-) Bau der LGB Gartenbahn

Auf der in den 80-ern entstandenen und hier vorgestellten Gartenbahn fand wegen anderer Schwerpunkte gut 10 Jahre lang keinerlei Betrieb mehr statt. Mit ein Punkt war auch die besonders starke Korrosion an den Ms-Gleisen im Freien. Angeregt durch einige Schweizkontakte und die dortigen sehr guten Erfahrunen mit Edelstahlgleisen, wurde eine Sanierung in Angriff genommen. Die Sichtung von Videomaterial gab den letzten Anstoß; insbesondere der Winterbetrieb auf der Schöneggbahn von Olivier P. war beeindruckend.

Bei der Auswahl des neuen Gleismaterials gab es zunächst einen Tipp zu "Spassbahn.de", die zweifellos ein äusserst preiswertes Edelstahlgleis produzieren. Die gekauften Muster haben nicht gefallen, da die Profile uneben und fast immer auch in sich verwunden waren. Auf das empfohlene ganz einfache Richten mit Schraubstock und Zange wollte ich bei über 80 Meter Gleis dann doch verzichten. Hinzu kam auch eine für meinen Geschmack nicht so glatte Oberfläche des Profils. Bei zwei Profilen war sogar die Oberfläche durchgängig "angefressen".

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Ein Mustergleis der Fa. Train.li (Stephan Flück) hat voll überzeugt. Das .li brachte ich zunächst mit Liechtenstein in Verbindung, die Firma befindet sich jedoch in Rothrist (Aargau) etwa 50 km südlich von Basel. Ein sehr netter Kontakt anl. der Abholung des Gleismaterials mit vielen interessanten Infos. Das Werkzeug für die Schwellen ist von Scheba übernommen worden. Auf Wunsch sind auch noch die Lebu Schwellen bestellbar. Die Edelstahlweichen (vgl. Clip unten) werden auf LGB Rosten aufgebaut und machen einen sehr soliden Eindruck. Ebenfalls der Gleisbiegeschlitten. Weiteres interessantes Zubehör auf der Website www.train.li

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Dieses Profil ist zwar erheblich teurer, entstammt aber vollkommen schweizer Produktion. Erste Erfahrungen im Gleisbau bestätigen die sehr gute Qualität.

Im Gleisbau sollte die bisherige, selbst gefertigte Schienenlasche (Ms Flachprofil 2 x 4) mit M2 Löchern im Steg am Profilende beibehalten werden. Das Einbringen der Löcher ist zwangsläufig im Edelstahl ungleich schwerer.
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Die Bohrlehre (links im Bild) bekam daher ein Kugellager um das Auslaufen des Bohrers bei der "Körner"-Bohrung (1,5 mm) zu verhindern. Erste Bohrung 1,6 und dann beidseitig ansenken, 1,7 nachbohren und dann gaaaaaaaanz vorsichtig das Gewinde schneiden. Immer Schneidöl zugeben.
Bohrer für Edelstahl z.B.  1,6 mm  (spottbillig und sehr gut !!!)
Gewindeschneider für Edelstah M2 (preiswert, gut, aber natürlich auch empfindlich)
M2 Schrauben (Inbus 1,5) aus Edelstahl findet man bei der miniSchrauben.com (preiswert, sehr gut sortiert und ein super Service)
Der kurze Steckschlüssel SW 1,5 entstand aus einem Einfachschlüssel wie mittig unten gezeigt und einer selbst gedrehten Aluhülse.


Die Schwellenroste haben nach fast 40 Jahren im Freien teils massiv gelitten. Bei den Rosten von Thiel begann bereits der Zerfall, soweit sie überwiegend schattenarm der Sonne ausgesetzt waren. Die LGB Schwellen hielten etwas besser, aber dünnere Stellen (z.B. Nasen der Kleineisen) sind auch schon gebrochen. Die Weichenroste waren nur noch zu 50% zu gebrauchen. Von gut 20 Weichen wurden die 8 besten ausgewählt, zerlegt, die Profile gesandstrahlt und anschließend zum Vernickeln (Wieland/Mogs, Cu5/Ni10/42min/100,-) gebracht. 

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Der Wiederaufbau der LGB Weichen erfolgte mit Ms M2 Schrauben und diesen Lötösen (sehr stabil und bereits verzinnt).

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Für alle Strombrücken wurden M2 Bohrungen für die Lötösen eingebracht. Die Weichenzungen hatten bereits in den 80-ern Kabelanschluss bekommen, jetzt natürlich neue Litzen.

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Die Weichlötstellen wurden mit Silikon abgedeckt; insbesondere wichtig am Ende der Litzenummantelungen, weil eindringende Feuchtigkeit jede einzelne Ader stark korrodieren lässt (massiver Draht ist da unempfindlich).

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Die in den 80-ern überarbeiteten Stellschwellen (M2 Gewinde an den Zungen, Ansatzschrauben Ms vernickelt und Verringerung des Stellweges) wurde beibehalten.

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Da LGB im Laufe der vielen Jahre immer mal wieder die Maße geändert hat und auch die Weichen beim optimalen Stellweg teilweise recht hohe Toleranzen habe, werden sukkessive auch passend gelaserte Stellschwellen (Plexi 2,5 mm) und Edelstahl Imbusschrauben eingesetzt.

Die Zungen der neuen Trainli Weichen waren wegen geringen Rückständen von Schraubensicherungsmasse teilweise für die 1206 Federweichenantriebe zu schwergängig und erhielten neue Gelenke und ebenfalls die oben gezeigten Stellschwellen.
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Dei neuen Gelenke wurden ausserdem zur Stromversorgung der Zungen verwendet. Abdeckung der Lötstellen wie o.e.


Digitalisierung der (alten) LGB Zwei-Spulen Weichenantriebe 1206

Der große Vorteil ist die Federweichenfunktion; von Nachteil ist der hohe Strombedarf (Spulenwiderstand ca. 3,6 Ohm) und das Eindringen von Schmutzpartikeln durch die 3 Gehäuseöffnungen (2x Stellstange und Handstellhebel). Die Stellstange wird am nicht benötigten Ende gekappt und der Handstellhebel komplett abgetrennt. Die Öffnungen werden mit aufgeklebten (Pattex) Kunststoffplatten verschlossen.
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Alle bewegten Teile gut entgraten und auf Leichtgängigkeit achten. Die Kabel werden durch die beiden sichtbaren Bohrungen in der linken Platte direkt nach aussen geführt. Die beiden weißen Auflagen für den Decoder sind aus 1,5 mm Kunststoff. An dieser Abdeckplatte wurde die seitliche Nase mit der 0,5-er Ternnscheibe eingeschnitten und auf 0,8 mm verschmälert.
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Der Decoder "ZweiPol" stammt von Digital-Bahn.de (Sven Brandt) und ist eigentlich für die Schaltung von zwei Weichen gedacht. Per Firmware lassen sich aber die Ausgänge parallel schalten, um doppelte Last zu verkraften (dann natürlich nur noch für eine Weiche). Die Firmware wurde dann noch so angepasst, dass die Ausgänge nach einer Sekunde abschalten, egal wie lange der Zentralenbefehl gesendet wird. Hier das Hexfile.
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Zunächst den Pic brennen, die Adresse eingeben und alles testen.

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Die Sicherung und den Programmiertaster auslöten. Die Platine mit der 0,5-er Trennscheibe beschneiden. Direkt an der + Leiterbahn (s. Pfeile) muss auch noch abgetrennt werden.

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Jetzt passt der Decoder bequem in den Antriebskasten.

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Die Sicherung wird wieder aufgelötet und erhält am anderen Ende direkt das Anschlusskabel. Das zweite Kabel wird am Brückengleichrichter angelötet. Statt des Tasters werden zwei Drahtstückchen aufgelötet, um nach dem Vergiessen auch noch durch Brücken die Adresse ändern zu können. Die Anschlüsse für "rechts" und "links" werden mit Drahtstückchen aufgelötet. Der Anschluss für die Spulenmitte bekommt einen Vorwiderstand mit 2,2 Ohm (3 W) zur Strombegrenzung.

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Die Vergussmasse "Flex + bond Liquid" von Weicon ist recht flüssig. Deshalb zunächst aussen eine "Raupe" zur Begrenzung auflegen und eine Stunde anziehen lassen. Dann das Innere auffüllen. Alle metallischen Teile sollen benetzt bzw. bedeckt werden, Zwei (!) Tage durchtrocknen lassen (die Aushärtung geschieht durch die Luftfeuchtigkeit). Die Platine liegt auf Klebeband auf, was das spätere Ablösen erleichtert. Seitlich übergelaufene Vergussmasse lässt sich dann leicht mit der Schere bzw. dem Messer wegschneiden.
Der linke Draht für die Programmierbrücke muss an dem anderen Pin angelötet werden (s. Pfeil, war ein Lötfehler).
Nebenbei:
Silikon bzw. Acryl aus dem Baumarkt würde die Elektronik zerstören !!!

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Nach dem Aushärten das PCB vom Klebeband abheben und überstehende Reste wegschneiden. Die beiden Drahtstückchen für das Programmierbrücken wurden bündig mit der Vergussmasse abgeschnitten.

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Den Decoder einlegen und anschliessen. Der Deckel wird ringsum mit Vaseline bestrichen.

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Der Gleisanschluss mit den o.e. Lötösen, Steckerchen aus IC-Socklelleisten und Schrumpfschlauch. Vor dem Verschrumpfen gut einfetten.

Bitte nicht vergessen: Man kann den Antrieb nicht vollkommen wetterfest machen! Man kann nur die Wartungsintervalle strecken und die Auswirkungen durch Verschmutzung und Korrosion reduzieren. Insofern wurde jetzt noch eine Abdeckung für den Austritt der Stellstange aus dem Antriebskasten geschaffen, damit dort keine Regentropfen mehr direkt aufschlagen und Fremdkörper in den Antrieb spülen können.
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Ein 0,3-er Ms Blech passend zugeschnitten und gebogen.

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Anschließend alles mit Acryl abdecken. Falls der Antrieb mal abgeschraubt werden muss, ist zuvor die verdeckte Schraube mit dem Messer freizuschneiden.
Wichtig ist noch, dass sich kein Wasser langfristig unter dem Antrieb halten, sondern zügig abfliessen kann.
Ob`s was bringt?
Die nächste Saison wird`s zeigen ...


Gleisdreieck
Die Umschaltstrecke ist leider nur 2,2 Meter lang, soll aber auch von längeren und auch beleuchteten Zügen befahren werden können.
Geschaltet wird mit einem elektronischen Kehrschleifen-Modul (Heller HK), also keine Kontaktgleise, nur Trennstellen.
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Im Trennschlitz befindet sich ein 1mm Kunststreifen, damit überrollende Metallräder nicht brücken können.

Beleuchtete Wagen müssen eine "Ein-Achs-Stromabnahme" bekommen. Jeder stromabnehmende Radsatz wird zunächst auf einen Brückengleichrichter geführt (dahinter beginnt dann erst die weitere Verdrahtung innerhalb des Fahrzeuges). Durch die Entkoppelung über Gleichrichter können die Radsätze beim Überfahren der Trennstellen nicht mehr brücken.
Ein Achs Stromabnahme
Beleuchtungsdecoder ersetzen einfach einen Brückengleichrichter wie rechts in der Skizze gezeigt.



Wagenbeleuchtung mit 3V LED Bändern und stepdown Reglern
Nachdem schon sehr viele Bestände in Spur H0 und in Spur 1 umgerüstet wurden, ist jetzt auch das LGB Material dran.
Nochmal die Vorteile:
sehr preiswert, ganz geringer Stromverbrauch, ausserordentlich lange Pufferzeiten, stufenloses Einstellen der Helligkeit und flacker- und schwankungsfreie Beleuchtung.
Hier die ausführliche Doku.

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Mit der 5 Volt Beleuchtung ab Werk nahm dieser Wagen bei 20 V 185 mA auf. Mit den 3V Bändern sind es - trotz hinzugekommener Wagenbereiche - nur 1,9 mA.
Es wird also 99% "teurer" Digitalstrom gespart.


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Es wurden auch die Einstiegsbereiche, die WC und Waschräume beleuchtet. Damit ergibt sich im Dunkeln ein viel harmonischeres Zugbild (die dunklen Übergänge hatte mich schon vor 15 Jahren enorm gestört).

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Um ein durchgehendes LED Band einlegen zu können, wurden 5 Durchbrüche im oberen Bereich geschaffen.

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Wichtig:
die LED Bänder zusätzlich punktuell auch mit Sekundenkleber sichern, da die "chinesische" Klebebandwirkung begrenzt ist.

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In der Bodenwanne fand ein Elko mit 2.200 uF und der Stepdown bequem Platz. Unter dem Stepdown wurde ein 3-er Loch in den Boden gebohrt, um von aussen zur Helligkeitsregulierung das Poti erreichen zu können.
Die vorhandene Verdrahtung konnte komfortabel weitergenutzt werden. Die alte Platine wurde beibehalten (um den Schalter nutzen zu können) wobei die beiden Leiterbahnen zum 5V-Teil durchtrennt wurden. Das Kühlblech wurde entfernt.

Hier ein kleiner Demofilm zur Speicherdauer von weit über 20 Sekunden (bei 20 V am Gleis, 2.200 uF Elko und 2,7 V für das LED Band)

Bei Interesse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!




Überwachung des SBF im Keller per WLAN Cam und einem alten Tablet bzw. Handy
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Gefunden bei ebay: Dauerlink
Vorteile:
- sehr günstig (besondere Umstände ...)
- eigener hotspot
- gute Sendeleistung
- gute Nachtsicht
- weitere Lichtquellen zuschaltbar (dann auch Farbe wenn vollommen dunkel)
Nachteile:
- noname
- sehr schwierig zu installieren (miserable Anleitung usw. usw. usw.)
- umständliche Software zur Bildwiedergabe (geht aber offline, dann auch ohne Werbung und account)
- Bildrate gering, Loks ruckeln etwas (aber kein echtes Problem für diesen Zweck)
- labbeliges "Plastik-Zeugs"
- Unzuverlässige Mechanik (ptz)
- für aussen vollkommen ungeeignet (aber kein Problem für diesen Zweck)
- kein seitliches Schwenken (nur Drehen und rauf/runter)
- nerviges Lautsprecher-Gequäke beim Installieren und bei jedem Booten

Cam SBF Keller
Der vorgesehene Zweck erscheint (derzeit) erfüllt, aber schaunmermal ...
(Der Rechtschreibfehler stammt nicht von mir, sondern von der "begnadeten" App "V380 Pro"


Gleisbau mit Trainli Edelstahlgleisen
Der Gleisbau mit dem Material von Train.li geht bestens, insbesondere der Biegeschlitten ist genial. Es ist zwar sehr mühsam, aber bei allen Profilen wurde (zumindest an einem Ende und bei allen Weichen) wieder die M2 Stegbohrungen für die alten Ms Schienenlaschen eingebracht (s.o.). Um das präzise Biegen zu erleichtern entstand diese Vorrichtung zur Profilfixierung.
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Beim Zusammenbau der 3-Meter-Gleise wurde etwas anders vorgegangen, wie in der Anleitung empfohlen.

1. die Einzelroste wurden zu 3-er Gruppen zusammengesetzt
2. der Schienenfuss wurde am Einfädelende mit der Proxxon Winkelflex ringsum stark angefast, um das Einfädeln zu erleichtern

wird fortgesetzt ...

 


Eine kurze Fahrt über die ersten Edelstahlgleise (Mitte Dezember 2021)
Ein paar Tage später ging`s auch schon komplett rundum und unterm Christbaum vorbei

 

Die Doku befindet sich noch im Aufbau !
... die Anlage auch ... ;-)))

 

 


01.2022.ab