Spur 1 Mannheim

Der erste Teil zur H0 Anlage hier.

Ende November/Anfang Dezember 2020 reifte der Entschluss, die H0-Anlage im sichtbaren Bereich doch auszugestalten. Das Auge hat es einfach verlangt ... :-)))

Eine wurde eine eher einfache Detaillierung, aber dennoch plausible, nicht überladene Anordnung der Gebäude, bescheidene Gleisentwicklung, kleines BW, Drehscheibe ohne Lokschupen, Halbreliefgebäuden als Hintergrund und (fast) alles mit der airbrush farblich leicht abgetönt. So gut wie alle Gebäude sind durch (neudeutsch) Kitbashing verändert worden; überwiegend auf doppelte Länge gebracht, indem Teile der Rückseiten in die Vorderfront integriert wurden und die nicht sichtbaren Rückwände aus Mdf gelasert wurden.

Bilder, Texte und sonstige Infos folgen im unteren Teil des Berichtes.

Zunächst hat mich als H0-Wiedereinsteiger jedoch geschockt, dass Kibri/Viessmann den Bausatz vom legendären Fuchsbagger (# 11 281) heutzutage immer noch mit einer dicken, störrischen Kordel als Seilnachbildung ausliefert. Nachdem ich treffsicher den ersten Bausatz mit den "Knoten gemäß Bauanleitung" und verschlungenem Tauwerk verhunzt hatte, wurden beim Nachkauf 0,4-er Löcher quer in die Trommeln bzw. Umlenkrollen eingebracht und gerichteten 0,3-er Ms-Draht von Knupfer (sehr zu empfehlen, Riesensortiment, faire Konditionen und blitzschnell) gebogen, lackiert und mit "Micro-" Tröpfchen Sekundenkleber (Stecknadel) eingeklebt.
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Auf die Seilführung von der oberen Trommel in den Innenraum wurde verzichtet, da eh nicht sichtbar.
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Vor dem Biegen wurden die beiden Drähte kurz unterhalb des Papiers verlötet, um ein paralleles Biegen zu ermöglichen (wurde wieder getrennt, wenn der Greifer hängt).
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Alles fertig :-)
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Vergrößerter Auschnitt.
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Der "erste" Fuchs wurde - soweit machbar - noch von den Kordeln befreit und erhielt zumindest zwei 0,3-er Stahldrähte für den Ausleger (Ms war zu dem Zeitpunkt noch nicht vorrätig gewesen).

Und dann gleich noch eine Bastelei, die ...
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... Hans aus Siegsdorf stammt. Diese LED Zugschlusslaternen wurden für ein paar Cent aus einfachsten Mitteln gezaubert. Seine ruhige Hand für solch filigrane Arbeiten sind "weltweit" bakannt. Er hat eine Bauanleitung verfasst und alle Arbeitsschritte der Reihe nach in Bildern festgehalten. Viel Vergnügen beim Download, oder noch besser beim Nachbau.



Ausbaustufe II (Stand Mai 2021)

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Dann aber doch erst nochmal einen Sprung zu Kibri, und zwar recht weit zurück ...
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Die Kehrschleife war das erste Anlagenstück mit einer gewissen Ausgestaltung (eingeschottert/Oberleitung) und erhielt dabei dieses kleine Bahndienstgebäude mit noch unbekannter Herkunft.
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Durch freundliche Unterstützung von Go Fleiter im DSO ergab sich der Hinweis auf den Kibri Bausatz Nr. 9925, Umspannwerk, der erstmals im Katalog von 1961 aufgeführt wurde. Das Gebäude gab es auch einzeln, wobei die Bezeichnung nun Gleisbauschuppen und die Bestellnummer 9923 lautete.
Kibri 9923
Eigentlich ein zeitlos schönes Modell und heute leider nichts Adäquates mehr am Markt (das Bild entstammt dem oben verlinkten Katalog).



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Abgewandelte Vollmer Klavierfabrik

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Bilder und Notizen aus der Bauphase

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Im ersten Schritt wurde die Hauptstrecke eingeschottert und bekam Halbreliefgebäude (Auhagen)

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Der Kibri Wasserturm und im Hintergrund wieder Auhagen

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Der Anfang der Weichenstrasse für den Überholbahnhof (RocoLine)

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Die Trasse für den Überholbahnhof

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Die Bettung von Tillig ist nicht "ganz ohne":
- stark schwankende Materialstärke. Manchmal waren die Schellennester so tief, dass die Schwellen förmlich darin untergingen. Es wurden meist gelaserte Kartonstreifen zwiachen 0,8 und 1,2 mm unterlegt.
- es mussten so gut wie alle Schwellennester von Schotterresten mühsam freigekratz werden, da ansonsten unmöglich, das Schwellenband einzulegen.
- nach dem "Abfummeln" der schrägen Schaumstoffstreifen unter der Böschungsschräge mussten die "Lappen" mit dem Föhn erhitzt und runtergebogen werden (ansonsten bricht alles). Zum Erkalten wurde die Böschung in eine U-Förmige Holzform gelegt, damit die Form gewahrt bleibt.
Bis zu Radien von etwa 1,2 Metern lässt sich das Böschungsgleis gut biegen. Mittig einen dünnen Streifen Ponal und dann auflegen, biegen und mit Schraubleisten fixieren. Aufkletternde Böschungsstreifen mit dem Föhn erhitzten, andrücken und mit Nadeln fixieren.
Da die Schienenprofile doch noch glänzen, wurde abschließend noch das gesamte Gleis mit der airbrush in leichtem Rost-braun abgetötnt.


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 Die Fleischmann Drehscheibe aus den 1980-ern

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Auf einen Lokschuppen wurde verzichtet, da er die Sicht auf die Paradestrecke versperrt hätte.

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Die Untersuchungsgrube stammt von Bochmann und Kochendörfer


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Alle weiteren Anlagenflächen wurden auf herausnehmbaren Hartschaumplatten aufgebaut. Sofern Gleise darüber verlaufen, wurden an den Trennschlitzen Märklin C-Gleisstückchen eingepasst, um die geniale Clipsverbindung inkl. Stromkupplung nutzen zu können. Die Anschlussfahnen für Federkontakte wurden so aufgetrennt, dass der ehemalige Mittelleiter-Kontakt für den Digalstrom der Weichenantreibe genutzt werden konnte.

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In Ep. 3 waren oft über mannshohe Bretterzäune anzutreffen; hier aus Flugzeugsperrholz gelasert. Die Betonwände wurden aus 5mm Hartschaumplatten mit dem Messer zugeschnitten und Dispersionsfarben gestrichen.

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Für das Schwellenlager wurden unzählige 2,5 mm Gleisreste von Roco zerlegt und auf Holzleistchen geleimt und gestapelt. Auch ein altes Betonschwellengleis musste dran glauben.

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Der Vollmer-Lokschuppen blieb weitgehend unverändert, erhielt jedoch einen durchgehenden Betonboden aus Laserkarton.

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Das nebanliegende Gebäude stammt aus dem preiswerten Faller "Junior-Programm" und wurde mehrfach auf der Anlage zum "Kitbashing" verwendet; hier mit mdf-Rückwand und Dachteilen aus der Bastelkiste auf doppelte Länge gebracht.

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Das Kibri Lagerhaus wurde ebenfalls mit mdf-Rückwänden und Dachteilen aus der Bastelkiste bzw. aus dem Laser auf doppelte Länge gebracht. Das Bahngebäude entstammt einem ursprünglich 3-stöckigem Loft-Gebäude von Auhagen.

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Im Fabrik- und Bw - Bereich finden sich Gebäude von Auhagen, Faller, Kibri und Vollmer.

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Für die neuen Gleise des Überholbahnhofes gab es eine Anbindung über ein ebenfalls neues LocoNet I/O Modul (Bildmitte rechts), um Zugfahrten manuell in die bzw. aus der Blockstrecke heraus zu ermöglichen. Ausserdem ist über Gleis 3 auch eine manuelle Übergabe zwischen den beiden "feindlichen" (Hundeknochen !) Blockbereichen möglich, um einen Fahrtrichtungs- bzw. Lokwechsel an den Garnituren vorzunehmen.

Noch zwei Clips
zweite Ausbaustufe
Fahrszenen

Wird bei Bedarf fortgesetzt.

2021.08.ab