IG Spur 1 Module

Rhein-Neckar

Mit Postwagen muss man einfach was machen ... :-)
Bei manchen, weil man sie so nicht lassen kann, bei dem Ersten in diesem Bericht hier jetzt, weil die weitere Ausgestaltung einfach gereizt hat.
Und bei dieser Gelegenheit ergaben sich dann noch weitere Ideen, was man mit den Postsäcken so alles anstellen kann ...

Dieser Beitrag wird daher immer wieder ergänzt, weil sich das "Post-Thema" seit der Galerie 2014 mit dem Wunder-Schürzenwagen erfreulich vielseitig weiterentwickelt hat und jetzt an dieser Stelle besser vertieft werden kann.

Man muss sich aber auch im Klaren sein, dass man in eine gut detaillierte Inneneinrichtung eines Postwagens ganz enorm viel Arbeit investieren muss. Vor dem Beginn solcher Umbauten sollte man sich daher sehr genau überlegen, wie weit man mit der Detaillierung tatsächlich gehen möchte.  Auch setzen die nicht ganz maßstäblichen Postsäcke gewisse Grenzen.




Um den PwPost von km1 zu öffnen legt man ihn am besten mit dem Dach nach unten, Postabteil rechts, auf die Knie. Die 12 gut sichtbaren Bodenschrauben lösen. Merke: die ganz kurzen Schräubchen gehören an die Wagenenden. Das Chassis durch vorsichtiges Anheben lösen, aber noch nicht abnehmen, denn die Kabelverbindung hinten links ist nur sehr kurz und hat an dieser Stelle keinen Steckverbinder! Wagenkasten mit Chassis zusammen seitlich auf eine etwa 4 cm hohe Schaumstoffplatte (Holzleiste + Tuch geht auch) legen, jetzt das Chassis abnehmen und davor auf die Tischplatte stellen.

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In diesem Bild nur schlecht zu erkennen: ganz links die erwähnten Kabel. An den 4 rot markierten Stellen ist der Boden noch mit winzigen M1,2 Schräubchen am Gehäuse befestigt; an den blauen Positionen könnten sich theoretisch bei anderen Exemplaren auch noch Verschraubungen befinden. Die Inneneinrichtung kann jetzt nach vorne herausgezogen und erst mal auf dem Chassis abgelegt werden. Das Kabel dabei nicht beschädigen! Es war nämlich ziemlich straff hinter der WC Schüssel verstaut:

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Das Kabel lässt sich dann leicht dahinter rausfummeln und nun hat man auch mehr Platz, um den Innenraum zu betrachten.

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An der markierten Stelle kann man jetzt die Steckverbindung lösen und dann die drei Baugruppen frei bewegen.

Sofern man noch Reste der genialen Hübner-Hakenlasche (# 4038) oder Nachahmerprodukte davon besitzt, sollte man diese jetzt einbauen. Da an der Pufferbohle eh keine Kupplungsmanschette nachgebildet ist, kann man die Lasche getrost davor einsetzen:

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Erstes Augenmerk galt den Postsackhaltern, für die wir in dieser Form kein Vorbildfoto gefunden haben. Sie erscheinen auch recht niedrig.

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Im Netz und in der Literatur war auch kein Foto speziell zu diesem Wagentyp aufzutreiben. Fest steht aber, dass die Post gut durchdachte Systeme von klappbaren Gestellen hatte, die sich vor allem durch zusätzlich Ausleger dem jeweiligen Platzbedarf anpassen liessen. Weiterhin gesichert ist, dass alle Teile, die in die Verkehrswege reichten und ein gewisses Verletungspotential besaßen, in rot gestrichen waren. Im Netz fanden wir eine ganze Reihe von Aufnahmen, wobei uns diese für den PwPost noch typischten erschien:

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Die alten Sackgestelle losschrauben und dann die bisherigen Haltewinkel entfernen, um ausreichend Platz für die aufzuhängende Postsäcke zu erhalten. Meist genügt ein Abknicken mit einer Halbrundzange; bleibt der verlötete Schenkel stehen, kann man mit einem Elektronikseitenschneider dann dazwischengehen.

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Die Postsäcke werden mit Zeitungspapier soweit ausgestopft, dass sie eine gut zylindrische Form bekommen. Dann in den Postsackhalter einstecken und das kleine Füllstück einsetzen, damit sich die Sackränder soweit anlegen, damit sie sich von unten mit Sekundenkleber festkleben lassen. Nur ganz wenig Kleber nehmen, damit nicht auch das Füllstück im Sack festklebt sondern danach wieder entfernt werden kann.

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Die beiden Plätze hinten in der Mitte bleiben wegen eines Haltewinkels vom Gehäuse leer. Die neuen Auflagen für den Sackhalter sind aus Karton gelasert:

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Der fertige Postsackhalter wurde eingeklebt.


Eine alte 1:100 Skizze lässt vermuten, dass sich an der markierten Position auch ein (ausklappbarer ?) Sackhalter befand

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Das große Sackgestell ist von aussen nur durch die Dach- und Türfenster zusehen; das Kleine aber auch durch das einzige Seitenfenster des Postbereichs. Befestigt wurde es mit doppelseitigem Klebeband.

Die Teile für die Postsackausrüstung:

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13 leere Postsäcke, 2 gefüllte Postsäcke, 2 Haltergestelle mit Auflagen, 6 Füllstücke und 2 Sitzhocker. Das Set ist auch ohne Postsäcke bzw. mit geringerer Anzahl Säcke erhältlich. Preise hier


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Für die Bestückung der Postfächer wurden passende Kartonstückchen geschnitten, übereinandergeklebt und oben drauf der Stoß mit diesen Briefen von FT-Manufaktur abgeschlossen. Die Briefchen wurden entgegen der Anleitung komplett "trocken" gefaltet und zum Schluss nur die Falzstreifen bzw. die Innenfläche leicht mit verdünntem Weissleim bestrichen.


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Der Postschaffner stammt von Achim Lutz


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Auch dieser "Hinterkopf" stammt aus Achims Labor, die beiden Sitzenden jedoch aus China, letzeres durchaus machbar, da deren Gesicher von aussen nicht erkennbar sind.


Die Innenbeleuchtung lässt sich leider nicht per CV dimmen, weil esu einen Bug auf der Trägerplatine für den 21-pol. Decoder (LoPi Fx 3.0) hat. Will man dennoch dimmen, funktioniert der Energiespeicher nicht mehr richtig und die Beleuchtung fängt bei Stromunterbrechung bzw. -abschaltung sofort an, wild zu blinken.

Da sich der Lopi Fx 3.0 auch solo nur komliziert puffern lässt (der 5 Volt Teil braucht einen eigenen Puffer-Elko), wurde die ganze Elektronik rausgeworfen und auf unsere "Zugsammelschiene" und einen Lopi Fx 4.0 umgerüstet. Zu der z-gestellten Basisplatine gibt es hier übrigens noch nähere Hinweise.

Weitere Besonderheit: alle LED sind parallel geschaltet, weshalb man nicht nur mit Vorwiderständen (viel zu hohe Verlustwärme) arbeiten sollte. Es bietet sich daher auch hier dieser DC-Wandler (im Bericht ziemlich weit unten) an:
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Da der LoPi Fx keine kapazitiven Lasten mag (er blinkt dann nur), bekommt der DC-W einen Vorwiderstand von 56 Ohm. Die Ausgangsspannung wurde auf 2,85 Volt eingestellt. Die Anpassung der Stromstärke an die Anzahl (Klammerwerte) der LED erfolgte über Widerstände: 15 R (6), 33 R (3), 82 R (2) und 150 R (1). Damit entfällt auf jede einzelne LED  1,0 bis 1,1 mA.


Das Öffnen der Zwischendecken gestaltete sich recht schwierig, da die äusseren Kanten unter den Fenstern (Pfeil) und unter den Türmagnetstreifen eingerastet sind sowie einige "Toleranzen" bei den Schraubenlöchern, die einfach mit Sekundenkleber kompensiert worden waren.
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Um die Zwischendecke freizubekommen (Kabelverlegung für`s Schlusslicht), in den Türbereichen mit einer feinen Schraubenzieherklinge mit dem Aufhebeln beginnen. Hat man einen ersten Spalt freigelegt, ein Stück Karton zwischenschieben. Sich dann bis zum ersten Fenster vorarbeiten und bei jedem "Zugewinn" einen etwas stärken Karton zwischenschieben. Hat man mal das erste Fenster überwunden, ist`s praktisch geschafft ... :-)


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Die Kabel für`s Schlusslicht werden im Winkelprofil des Halters versteckt und durch ein Loch (0,7 weil die anderen Bohrer zu kurz waren) in der Wand zum Faltenbalg geführt.


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Die Weiterführung in`s Innere wird dann noch mit Klebeband geschützt, bevor der Faltenbalg wieder angeschraubt wird. Der Laternenboden und die Kabel wurden noch passend übermalt.

Das Packabteil war normal immer zum Zug hin gekoppelt, weshalb die Schlusslaternen am Postende angebaut wurden.

Die meisten Spur Einser werden sicher lieber die fehlende Dimmung (s.o.) in Kauf nehmen und auf den Austausch der Elektronik verzichten. Dann bietet sich an, wegten der Schlusslichter die beiden LED der Türbereiche (F2/Aux1) auf die LED der WC (F4/Aux3) umzuklemmen. Dann führt man die frei gewordenen Kabel am Postende zu den Schlusslicht LED. Der Platinenwiderstand für Aux1 (derzeit 82 R) sollte dann durch 27 R ersetzt werden. Die beiden Schlusslicht LED müssen parallel geschaltet werden. Der Platinenwiderstand für Aux3 (derzeit auch 82 R) sollte dann durch 120 R ersetzt werden; diesen Wert aber bitte noch testen, da wir hierzu noch keine Gelegenhei

Generell kann man über diese Platinenwiderstände auch eine Dimmung vornehmen: eine Erhöhung der Widerstandswerte reduziert die Helligkeit. Man sollte sich bereits vor Öffnung des Wagens genau überlegen, welche Beleuchtungsgruppen geändert werden sollen. Vom Prinzip her könnte dieses Thema auch auf andere Wagen von km1 zutreffen. Ein einfacher Test: die CV 113 bis 118 auf 1 (zuvor 127) setzen und prüfen, ob beim Spannungsabschalten (z.B. Not-Stopp) ein Blnken auftritt ...


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Die Verdrahtung wirkt nach dem o.e. Platinentausch schon etwas umfangreicher; de fakto liegt das aber nur an dem neuen Decoder, der jetzt nicht mehr huckepack sitzt, sondern über Kabel angeschlossen wurde. An der Stellschraube des DC-W lässt sich die Helligkeit justieren (Uhrzeiger -> heller). Die Verbindung zum Chassis wurde um 2 Adern erweitert, um die beiden Drehgestelle über Dioden entkoppeln zu können (Verhinderung von Trennstellenüberbrückungen).



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Um künftig den Wagen komfortabler öffnen zu können, wurde die Wand zur Toilette und der grüne Sitzt etwas ausgenommen, um Platz für einen Stützpunkt mit Steckverbindungen zu haben (linkes Bild).  Die untere Stifleiste ist mit der Trennwand verklebt; von unten kommt dann noch die Stiftleiste vom Chassis dagegen. Ist die Steckleiste vom Gehäuse drin, wird der Sitz wieder aufgeschraubt. Der Bodenbereich wurde auch ausgenommen, um dort die vom Chassis kommenden Kabel bequem verstauen zu können (Bild rechts).


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Die Heckpartie ist jetzt fertig. Das Übergangsblech lässt sich nicht bewegen; leider ist es ab Werk auch grün eingefärbt, was sich aber leicht ändern ließ. Die Bremsschläuche wurden etwas gekürzt und vor allem die Köpfe eingeklebt, damit das lästige freie Baumeln unterbleibt. Da an diesem Ende nie andere Wagen gekuppelt werden, wurde auch der Riegel für den Faltenbalg mit Sekundenkleber gesichert, da sich dieser im Betrieb auch immer wieder löste.



Der Wunder Schürzenpostwagen kam in unserer IG zunächst nur in die Kur, weil die Beleuchtung nicht richtig funktionierte und die verschlossenen Dachfenster störten. Einmal offen, kamen dann noch vereinfachte Sortierregale aus Karton und eine Kaschierung des orangenen Blechbodens mit Holzbohlen hinzu. Nimmt man es genau, sind diese beiden Maßnahmen garnicht so stimmig, denn die Wagen wurden schon recht früh mit Linoleumboden ausgestattet und die Fächer müssten oben noch ein Abschlussbrett bekommen.

Kollege Stefan vom Starnberger See hat sich intensiv mit dem Vorbild beschäftigt und danach noch intensiver und mit einer bewunderswerten Geduld und Liebe zum Detail dem weiteren Innenausbau gewidmet.

Bild sr WuPostw S19U
In diesem Bild ist schon mal sehr viel Neues zu erkennen: der Lochboden im Aussacktisch, ergänzte bzw. ganz neue Regalfächer, Feuerlöscher, farblich abgesetzte Tischflächen und ganz links erscheint auch ein neuer Postsackhalter.

Bild sr WuPostw S10
Diese Teile hier (ShSPw) wurden aus dem im oberen Berichtsteil gezeigten Set für den PwPost von km1 abgeleitet und können nun auch für den Schürzenpackagen von uns bezogen werden. Postsäcke sind allerdings nicht im Set enthalten, damit jeder die Anzahl selber festlegen kann. Preise hier

Bild sr WuPostw S11M
Wie beim Vorbild, bekommt das Modell auch drei Sackgestelle. Stefan hat einen ganz ausführlichen, umfangreich bebilderten Bericht (pdf) erstellt und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Lesenswert. Vielen Dank!


Der zweiachsige Postwagen von Wunder kann eigentlich auch nur eine recht bescheidene Inneneinrichtung aufweisen und steht nun ebenfalls zur Überarbeitung an. Kürzlich bot sich die Gelegenheit, den in DA-Kranichstein vorhandenen 6208 in Ruhe einmal von innen besichtigen zu können.

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Er wird zwar als Übernachtungslage für Museumsmitarbeiter genutzt, besitzt aber noch alle wesentlichen Einrichtungsgegenstände im Originalzustand. Hier vorab einige Fotos zu den "Beutelspannern" als zip. Ein Postmitarbeiter hatte übrigens gerade dieser Tage glaubhaft versichert, dass der Begriff "Postsack" strengstens verboten ist ... :-)
Gleiches gilt demzufolge auch für "Postsackhalter". Korrekte Begriffe im Postdeutsch sind also "Postbeutel" und "Beutelspanner" bzw. "Beutelgestelle".






... wird fortgesetzt !


2016.03.ab
2016.05