IG Spur 1 Module

Rhein-Neckar

Rechtzeitig zu Weihnachten 2013 wurden die lang angekündigten Modelle der Lokalbahnlok, Baureihe 98.3 bzw. PtL 2/2 von km1 ausgeliefert. Zu den schön gelungenen Modellen mit sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis fallen aber dennoch Themen ein, was man individuell anpassen kann ...

Gleich beim Auspacken fällt auf, dass die Schlauchabgänge an den Bremshähnen zu stark nach unten geknickt sind und deshalb die Bremsschläuche - sofern sich deren Enden in den Aufnahmen überhaupt halten konnten - ein "birnenförmiges" Profil aufzeigen. Das Hochbiegen des Stutzens ist nach Abziehen des Schlauches unproblematisch. Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber die Bremsschlauchkupplungen wurden mit einem "Micro-Tröpfchen" Sekundenkleber in den Halterungen fixiert, um das unschöne "Freibaumeln" sicher zu unterbinden.


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Auf einer Seite war der Ruhehaken für die Kupplung zu eng und wurde etwas weiter aufgebogen.

Ein diffiziles Thema ist der Bohlenbelag auf den Plattformen. Fest steht, dass fast alle Glaskästen bereits vor dem Krieg eine Holzbeplankung bekommen hatten. Jedes Bw bzw. AW hat aber offensichtlich direkt drauflos gewerkelt, denn es ergibt sich keine Einheitlichkeit in Hinblick auf Anzahl, Abmessung und Anordnung der Bohlen. Vermutlich existieren heute auch keine Fotos mehr, die einen Blick von oben auf die Lok erlauben. So hätte auch interessiert, ob die Lattenroste zu Wartungs- und Reinigungszwecken geteilt waren.

Für den Museumsglaskasten 98 307 lässt sich der "Bretter-Werdegang" aber noch recht gut rekonstruieren. Bis Betriebsende Anfang der Sechziger hatte er einen ziemlich "verlodderten" Lattenrost. Am deutlichsten zeigt dies das Titelbild in "Liebe alte Bimmelbahn" von K.E. Maedel

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Recht bald danach erfolgte die Herrichtung als Ausstellungsmaschine mit einer fein säuberlichen Zimmermannsarbeit am Holzboden

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Und ab spätestens 1985 gibt es garkeinen Holzbelag mehr auf den Plattformen. Heute steht das Fahrzeug in diesem Zustand im DDM in Neuenmarkt-Wirsberg

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Beim Modell gibt es ab Werk Lattenroste aus geätztem Messing

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Dem Zustand um 1970 wurde dieser Holzboden nachempfunden

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Aber auch der Lattenrost der frühen Sechziger wurde in Echtholz nachgebildet
(folgt in Kürze)


Zum Tauschen der Lattenroste muss das Gehäuse abgenommen werden. Hierzu folgende Hinweise, wie immer ohne jegliche Garantie/Haftung/usw.,  aber eben aus der Praxis heraus:
- 4 Schrauben am Gehäuseboden
- 4 Drahtenden Geländer vorsichtig einzeln herausziehen und mit Klebeband abdecken, damit das Gehäuse beim Abnehmen nicht verkratzt
- Wenn Schlot rechts, kann das Gehäuse vorsichtig abgehoben und nach hinten abgelegt werden, ohne die Steckverbindungen lösen zu müssen
- Wenn man doch lösen will, dann aber die Markierungen genau prüfen und ggfs. noch mit anderen Farben zusätzlich markieren


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Will man an die Inneneinrichtung dran, ist leider deutlich höherer Aufwand nötig, insbesondere weil das Gestänge der Lufklappe mit dem Bedienhebel auf dem Langkessel unlösbar miteinander verklebt wurden. Es ist deshalb auch zu vermuten, dass der demnächst wohl lieferbare Lokführer von km1 so gestaltet wird, dass man ihn durch eine geöffnete Türe einsetzen kann.

- Rauchgenerator lösen (die beiden unteren Schrauben in der Rauchkammer), Zwischenstück aus Schaumstoff rausziehen und RG nach innen abziehen
- Schraube des Stangenhalters/Winkelgetriebes der Luftklappe am Aussenkessel lösen
- 4 Schrauben Inneneinrichtung lösen und diese soweit herausziehen, dass die Stange zum Winkelgetriebe der Luftklappe gerade noch nicht verbiegt
- Stange mit scharfen, kleinen Elektronikseitenschneider durchtrennen
- Ms- oder Kunststoff Röhrchen, D innen = ca. 1,3 gem. Foto ablängen und zum späteren Zusammenbau als Hülse auf den inneren Stangenrest kleben


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Danach:
- Bretterboden mit verdünnter schwarzer Farbe streichen
- Lokführer nach Wahl einsetzen, ihn ggfs. durch Sägen, Kleben, Schleifen und Lackieren auf seine neue Aufgabe vorbereiten
- Lokführer einkleben
- Inneneinrichtung wieder montieren, die Stellstange mit einem Tröpfchen Sekundenkleber in die Buchse einsetzen


Austausch der Bretterböden auf den Plattformen:
- alten Bretterboden abheben (Klebeband)
- neue Holzteile beizen oder mit wasserfestem Filzstift einfärben
- Zum Verkleben die  bereits eingefärbtenTrägerleisten nicht zu dick mit leicht verdünntem Ponal bestreichen und die beiden deckungsgleichen Platten mit Federklammern fixieren/verkleben
- nach dem Aushärten zunächst die unteren Haltestege der gelaserten Platte mit scharfem Messer durchtrennen
- nun die oberen Stege ebenfalls durchtrennen. Stirnseiten ggfs. etwas nachschleifen und mit Beize/Filzstift nachfahren
- neuen Bretterboden einpassen und mit doppelseitigem Klebeband oder wieder lösbarem Fotokleber einsetzen
- Gehäuse wieder montieren


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Nachtrag 06/2014

Im km1 Prospektblatt von 2010 ist ein recht gutes Foto mit den schmalen Bohlen enthalten, die zwischenzeitlich jetzt auch verfügbar sind

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Versuuuch macht kluuuch ...
Die Verwendung von Kugellagern zur Stromaufnahme wird kontrovers diskutiert, insbesondere wohl, weil es von SKF ein kritisches Statement dazu gibt. Die Firma LEBU verwendete bereits 1981 für RhB Wagen in IIm Kugellager zur Versorgung der Beleuchtung. Wenn man mit ihnen losfuhr ging das Licht aus, weil sich ein isolierender Schmierfilm im Lager aufbaute. LGB hat Jahre später ähnliche Achsen geschaffen und es gab keine bekannt gewordenen Probleme. Es hängt also wohl sehr viel davon ab, wie die Lager aufgebaut sind und wie hohe Ströme fliessen.

Legt man den Glaskasten auf`s Kreuz und misst mit dem elektronischen Messgerät den Durchgang von Lauffläche zu Lauffläche einer Räderseite, ertönt kein Piepsen, was ja bekanntlich Anzeichen dafür ist, dass kein niederohmiger Durchgang vorhanden ist. Die Messwerte pendeln "irgendwo rum", lassen aber keinen konkreten Rückschluss auf einen genau zu bestimmenden Übergangswiderstand zu. Fest steht also nur: nicht herkömmlich niederohmig, wie es bei Loks mit "Pickern" der Fall ist. Ein Glaskasten wurde deshalb mit Pickern nachgerüstet


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In dieser Version piepst das Messgerät zuverlässig.

Nur der Langzeitvergleich wird dann zeigen können, ob der etwas höhere Übergangswiderstand via Kugellager nun tatsächlich von Nachteil ist.

In diesem Zusammenhang noch:
die Pufferung via Elko oder Goldcap bringt zweifellos eine Verbesserung im Rollverhalten, kann aber nicht Defizite bei schlechter Federung, mangelnder Stromabnahme oder zu geringen Lokgewichten kompensieren. Insbesondere beim langsamen Rangieren oder verschmutzen Gleisen rollt die Lok zwar noch bei Stromunterbrechungen weiter, empfängt aber keine Steuersignale mehr und beginnt bei erneutem Empfang dann zu Ruckeln. Der Glaskasten hat zwar eine sehr gute Federung (und das ist ja schon mal das Wichtigste für eine gute Stromaufnahme) kann aber noch gut und gerne einiges mehr an Gewicht verkraften. Hier wird demnächst jeder Zwischenraum noch mit Blei gefüllt werden. Vielleicht muss auch der Rauchgenerator noch dran glauben, um Platz für Ballast zu schaffen.



Nachtrag 07/2014
An diesem Modell wurden die beim Lasern zwangsläufig entstehenden, gleichmäßigen Fugen mit einem Dreikant etwas ausgekrazt und damit etwas aufgelockert

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Nachtrag 10/2014
Die Version mit schmalen Bohlen ist jetzt auch verfügbar

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In diesem Fall wurde schwarze Beize (Clou 2531) verwendet

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Auf der sehr schönen Anlage im Stil bayerischer Nebenbahnen von Alfred Abel sind noch die nachfolgende Aufnahmen entstanden


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