IG Spur 1 Module

Rhein-Neckar

Umbauten und Verbesserungen an dem Schürzenspeisewagen WR4ü-39 von Märklin (58 143 u.ä.)


Tischlampen DSG 

Dach öffnen

Die Bedienungsanleitung zeigt dazu nur eine Skizze mit undefinierbarem "Werkzeug". Aber selbst wenn man ein Scalpell nimmt, gibt es immer kleine Macken in dem doch recht weichen Kunststoff. Deshalb besser wieder die "Holzklotz"-Methode, wie bei den D-Zug-Wagen. Allerdings gibt`s zum Ansetzen nur kurze und schmale Stücke Regenrinne an den Wagenenden. Einen scharfkantigen Holzklotz nehmen und wohldosierte Handballen-Schläge an allen 4 Enden lösen das Dach schonend.

 

Wichtig !

Nur zu zweit machen, damit einer den Wagenkasten sicher halten kann. Tritte und Schürzen sind extrem bruchgefärdet !!!

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So sehen die Tischlampen ab Werk aus. Ebenso erkennt man hier die recht lieblos aufgedruckten Lüftergitter zwischen den Fenstern, zu denen weiter unten noch einiges zu sagen ist.

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Von Dingler gibt es recht preiswerte Tischlampen, allerdings mit Glühlampen, was bei 15 Stück unnötigen Stromverbrauch darstellt und jeweils auch einen zu großen, hellen Leuchtpunkt darstellt. Ausserdem sind die Dinglerlampen rund, während das Original ovale Schirme hatte. Insofern der Entschluss, die Schirme selbst zu lasern und auf SMD LED, Baugröße 0603 zurückzugreifen

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Ein Teil der nachfolgenden Fotos zeigt noch Lampenschirme aus glasklarem bzw. anschließend lackiertem Plexi, was nicht so gut gefiel. Das oben gezeigte milchige Material zeigt recht gute Lichtverteilung und Vorbildnähe.


Den Wagen komplett zerlegen. Achtung, zwei Schrauben befinden sich unter den Sitzen. Um nicht immer Ausbrechen und wieder einkleben zu müssen, wurden einfach zwei 3 mm Löcher in die Stitzfläche gebohrt. Auf dem Doppelsitz befindet sich innen heute eine Figur, so dass die Löcher von aussen generell nicht zu sehen sind

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Die Tischlampen werden mit einer dünnen Trennscheibe geköpft und anschließend mit einem scharfen Elektronikseitenschneider schmäler geschnitten.

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Der Rest der Bodenplatte bei der LED sollte noch etwa 1,0 mmm betragen. Dünner wie 0,8 bringt sonst Verzug beim SMD Löten.

Kabellöcher oben 2x 0,5, Lampensockel und Tischbein 0,7, Verdrahtung mit CuL 0,2. Die LED vor dem Löten aufkleben. Im Internet sind auch bereits mit Spulendrähten versehene LED erhältlich.

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Die Verdrahtung wurde auch unterflur mit dem Spulendraht vorgenommen. Die elektirsche Verbindung der 3 Einrichtungsteile erfolgte über kleine IC Steckverbinder

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Die Verdrahtung sieht zugegebenermaßen etwas verwegen aus, denn die Gruppenaufteilung der LED wurde nachträglich noch geändert. Jetzt gibt es 3 Gruppen à 4 LED und eine à 3. Es wurde ein 15 V Festspannungsregler mit 1.000 uF Puffer vorgeschaltet. Die LED Gruppen ziehen mit 2,7 bzw. 6,8 kOhm jeweils etwa 1,3 mA.

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Noch was Allgemeines zu (diesen) LED:

Die SMD Bauform 0603 ist sehr empfindlich, nicht nur gegen zu hohe Ströme, sondern auch in mechanischer Hinsicht, z.B. Erschütterungen (an einem anderen Fahrzeug waren nach einem kleinen Sturzereignis zwei LED defekt). LEDs verhalten sich ähnlich wie Glühlampen und belohnen einen Betrieb mit Unterspannung (bzw. geringeren Strömen) mit einem langen Leben.
Für den Umbau des Speisewagens kann man auch gut auf die robusteren 0805 LED zurückgreifen.



In diesem Foto überstrahlen die LED aus Belichtungsgründen etwas

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Die Lampenschirme werden mit Sekundenkleber aufgesetzt

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An einigen Stellen wurden die Wände mit Furnierfolz versehen, um den unnatürlich roten bzw. weissen Kunststoff und den Blick auf die Fensterbefestigung ("Rotznasen" vom Verschweissen mit dem Lötkolben) abzudecken. Einzelheiten unten unter "Inneneinrichtung"

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Die originale Beleuchtungsplatine wurde ausgemustert, da sie sehr flach über den Fenstern liegt und extrem viel Strom verbraucht. Jede LED liegt über einen eigenen Widerstand direkt an Spannung. Das sind in Summe 140 mA, und zwar noch ohne Tischlampen. Mit der neuen Beleuchtungsachse zieht der Wagen - inkl. Tischlampen - nur 40 mA und lässt sich damit auch wirkungsvoll gegen Flackern puffern. Methode hier

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Das Endergebnis


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Drehgestell


Da die Bremsbacken nicht in Radebene liegen und "hässlich" an die Federn "geklatscht" sind, wurde eine Lösung mit Ms-Gussteilen realisiert


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Radsatzausbau: aus dem Drehgestell nach unten herausziehen, damit sich die beiden eingeklipsten Lagerplatten lösen. Sind beide Radsätze ausgebaut, kann man die beiden Drehgestellblenden abnehmen. Die alten Bremsbacken mit einer Säge oder - noch besser - mit einer "großen" Trennscheibe des Minitools entfernen.

 

Für das Zusammensetzen gibt es eine Klebe- bzw. Lötlehre

 

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Am Märklindrehgestell ist der Kunststoffeinsatz mit der Fachwerknachbildung auf den querliegenden Blechträgern nur aufgelegt. Dies miteinander verkleben, wenn an diesen Stellen die Bremsbacken eingeklebt werden (-> rote Pfeile). Die Hebelarme der Bremsdreiecke sind zu lang: für die Lötlehre auf ca. 9,5 mm kürzen; beim Einsetzen in das Drehgestell dann auf 6 mm.

Die überstehenden Zapfen des Bremsdreiecks ablängen und versäubern.

Wegen der Stromanbehmer-Schleifer können die Bremsbacken innen nur ohne Bremsdreiecke eingebaut werden.

 

Inneneinrichtung
damit die oben gezeigten Holzteile dicht an den Fenstern anliegen können, müssen die Wulste (Rotznasen) vom Einschweissen der Fenster mit einem Messer entfernt werden. Dies erledigen, solange der Wagenksten noch abgenommen ist und mit einem Tuch als Zwischenlage auf die Arbeitsfläche gelegt werden kann. Die Fenster solange mit kräftigen Klebeband abdecken, damit nicht versehentlich Kratzer an die Sichtflächen kommen können. Man kann auch die beim Lasern ausgefallenen Fensterteile aus Holz zum Abdecken nehmen. Den Preis für die aus 1 mm Flugzeugsperrholz gelaserten Verkleidungen findet man hier.

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Die Holzteileteile wurden einem Beigeton gestrichen, der farblich zu den Zwischenwänden passt und den damals im Wagonbau der Epoche 3 oft verwendeten hellen Holztönen nahe kommt. Bei älteren Versionen des Wagens sind die Zwischenwände braun, was man als "mahagoni" interpretieren kann. Dann bietet sich für die neue Wandverkleidung auch braun an, wenn man nicht doch lieber auch die Zwischwände lackiert.

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Der Platz zwischen Bestuhlung und Tischen ist sehr knapp. Die meisten Figuren von Preiser, km1 etc. passen da leider nicht rein. Schweren Herzens wurden die (allerdings preiswerteren) 1:35 Figuren von Carrrera genommen



Die Lüfter
sind - wie weiter oben schon erwähnt - leider nur aufgedruckt. Die Suche nach guten Vorbildfotos für eine Vorlage als Nachrüstmöglichkeit war leider erfolglos. Der Not gehorchend musste daher ein stark vergrößerten Ausschnitt einer alten s/w-Aufnahme herhalten.
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Wir wollten für die fehlenden Lüfter Zurüstteile schaffen, die einfach nur flach aufgeklebt werden können. Versuche mit Urmodellen aus Karton befriedigten nicht, weshalb nach anderen Wegen gesucht wurde.  Erste Schritte für ein professionell gestaltetes Urmodell ...

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k-Jalousie-Variante3-Detail

Dank an Holger für das Umsetzen von 2D auf 3D !

 

 

Die Urmodelle aus dem STL Verfahren werden nun in Resin abgegossen und sind als in 8-er Sets ( = für einen Wagen, zzgl. ein Teil als Reserve) erhältlich. Die Aussenkannten müssen noch entgratet werden und über die Rückseite empfiehlt sich auch einmal mit Sandpapier zu gehen, damit die Auflage plan ist.

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Auf Wunsch können die Lüfter auch hier entgratet und lackiert werden

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Der DSG Speisewagen ist in RAL 3003 (rubinrot) lackiert.

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Der Lüfter ist so flach, dass man in zur Demo bequem unter den Griffstangen durchschieben kann.


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Die Trittstufen
lassen sich eigentlich nur bei Radien ab 232 montieren, es sei denn man befestigt sie so:
Schneidet man den rechten Träger (s. Bild) ca. 1mm über dem Boden ab, kann das Trittbrett in Kurven ein wenig ausweichen; Radien bis ca. 1,7 Meter sind kein Problem mehr. Nimmt man noch die Nase der angesteckten Schürzenwange etwas ab, sind auch 1,5 Meter machbar. Zur Sicherheit den linken Träger aber mit Sekundenkleber einsetzen, um dem Lockern bei Torsionsbeanspruchung entgegenzuwirken.

Trittbrett DSG




Wichtig!
Will man die Styroporverpackung von Märklin weiterverwenden, unbedingt Ausparungen für die Trittbretter einarbeiten, um Abbrechen bzw. Verbiegen zu vermeiden. Vielleicht sind die Trittbretter auch deshalb nicht in der Bedienungsanleitung erwähnt ... ;-)))

Und wenn einem mal eine Schürze (s.o.) weggebrochen ist, lässt sie sich wieder mit H0 Schienenschräubchen befestigen. Sauber und nicht zu tief vorbohren.

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2013.05.ab
2013.09.ab